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Lehmbruck Museum mit interaktiver Ausstellung: SHAPE! Körper + Form begreifen

Körperlichkeit mit anderen Sinnen erleben
Von Petra Grünendahl

Die interaktive Tastausstellung SHAPE! lädt dazu ein, Skulpturen mit den eigenen Händen, nur getrennt durch dünne Handschuhe, im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen. Foto: Ilja Höpping / Stadt Duisburg.
Der menschliche Körper ist in seiner Form individuell und außergewöhnlich. Auch für Künstler ist er ein wiederkehrendes Thema von großem Interesse und wird ganz unterschiedlich interpretiert und dargestellt. Die Formen des Körpers in der künstlerischen Darstellung können Museumsbesucher nun aktiv erleben: Mit den eigenen Händen, nur getrennt durch dünne Handschuhe, können Werke aus der Sammlung im wahrsten Sinne des Wortes begriffen werden. Ausgewählt wurden die Skulpturen der Sonderschau im Hinblick auf unterschiedliche Tast-Erfahrungen und unter Berücksichtigung geeigneter Materialien ausgewählt. In einem vollständig abgedunkelten Raum gilt es, mit geschärftem Fingerspitzengefühl ein geheimnisvolles Kunstwerk ohne visuelle Ablenkung zu erkunden. Das Erleben und das Aufnehmen unterschiedlicher Körperformen kann Kindern und Jugendlichen ebenso wie Erwachsenen dabei helfen, ein positives Körperbild zu entwickeln. Anhand der verschiedenen Kunstwerke wird deutlich, dass es viele Arten von Schönheit gibt und dass jeder Körper einzigartig ist. Dies kann dazu beitragen, das Selbstwertgefühl zu stärken und ein nuanciertes, eigenes Körpergefühl zu entwickeln.

 

Die interaktive Tastausstellung SHAPE! lädt dazu ein, Skulpturen mit den eigenen Händen, nur getrennt durch dünne Handschuhe, im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen. Der eigene Körper kann mit Hilfe von fluoreszierenden Bodypaintings und Kostümen modelliert und umgedeutet werden. Foto: Ilja Höpping / Stadt Duisburg.
Die interaktive Tastausstellung SHAPE! der Kunstvermittlung im Lehmbruck Museum ermöglicht es Besuchern, sich auf sinnliche Weise verschiedenen Köperdarstellungen in Skulptur und Plastik anzunähern, aber auch den eigenen Körper und seine Konturen neu zu erleben. Der Tastsinn und die Köperwahrnehmung sind die Schlüssel dazu. „SHAPE!“ bedeutet dabei nicht allein „Form“ oder „Gestalt“, sondern kann auch als Aufforderung verstanden werden, etwas selbst auszuformen oder zu modellieren. Die konzentrierte Wahrnehmung der verschiedenen Plastiken in der Ausstellung legt nahe, auch den eigenen Körper als eine räumliche, skulpturale Form zu begreifen, ihn zu gestalten oder performativ zu nutzen. Mit Hilfe von fluoreszierenden Farben und Kostümen können die Besucher sich selbst und ihren Körper fantasievoll modellieren und neu deuten. Unter Einbezug von Methoden aus Tanz und Theater entstehen kleine Choreografien und Performances, die auf einer in die Ausstellung integrierten Schwarzlicht-Bühne ausprobiert werden können.

 

 
SHAPE! – Die Ausstellung

Lehmbruck Museum mit interaktiver Ausstellung: SHAPE! Körper + Form begreifen. Foto: Lehmbruck Museum.
Die Ausstellung berücksichtigt die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Seh- oder kognitiven Einschränkungen. Die Werke werden auf niedrigen Sockeln präsentiert, damit Personen im Rollstuhl und kleinere Besucher ebenfalls die Möglichkeit haben, die ausgestellten Kunstwerke zu ertasten. In den vergangenen zwei Jahren wurden im Lehmbruck Museums im Rahmen des Projektes „Mach Dein Ding!“ außerdem interdisziplinäre Vermittlungsmethoden zur Sprachförderung entwickelt, die innerhalb der Ausstellung in einem außergewöhnlichen Rahmen implementiert und vertieft werden.

 

Lehmbruck Museum mit interaktiver Ausstellung: SHAPE! Körper + Form begreifen. Foto: Lehmbruck Museum.
Die farbige und offene Ausstellungsarchitektur wird durch Wand füllende Zeichnungen der Duisburger Künstlerin und Tätowiererin Irini Alexiou ergänzt. Die verschiedenen Kostüme wurden von der Kunstvermittlerin Sabine Bazan gefertigt.

 
Ausgestellte Künstler und Werke (Auswahl)
K.O. Götz, Fussmühle, 2000
Norbert Kricke, Liegender Jüngling (Porträt Alfred Kricke), 1949
Wilhelm Lehmbruck, Kleiner weiblicher Torso, 1910
Thomas Rentmeister, Ohne Titel, 2001
Adolfo Riestra, Jarra blanca y grande, 1988
Kurt Sandweg, Sitzender, 1970
Edwin Scharff, Sitzende Frau, 1918
Kurt Schwippert, Berenike, 1975
Rico Weber, Ich liege, wo ich liegen möchte, 1978

Begleitprogramm
Begleitend zur Ausstellung lädt das Lehmbruck Museum zu einer Reihe von Veranstaltungen ein. Aktuelle Informationen werden auf der Website des Lehmbruck Museums veröffentlicht.

 

 
Das Lehmbruck Museum

Das Lehmbruck Museum im Kantpark. Foto: Petra Grünendahl.
Das mitten in Duisburg im Kant-Park gelegene Lehmbruck Museum ist ein Museum für Skulptur. Seine Sammlung moderner Plastiken von Künstlern wie Alberto Giacometti, Pablo Picasso, Hans Arp und natürlich Wilhelm Lehmbruck ist europaweit einzigartig. Beheimatet ist das Museum in einem eindrucksvollen Museumsbau inmitten eines Skulpturenparks, der zum Schlendern und Entdecken einlädt.

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Wilhelm Lehmbruck: Der Gestürzte. Foto: Petra Grünendahl.
Namensgeber des Hauses ist der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, der 1881 in Meiderich, heute ein Stadtteil von Duisburg, geboren wurde. Lehmbruck ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Klassischen Moderne. Er hat mit seinem Werk maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen und ist auch nach seinem frühen Freitod im Jahr 1919 bis heute einflussreich geblieben. Das Lehmbruck Museum entstand 1964 nach den Entwürfen von Lehmbrucks Sohn Manfred (1913–1992). Der ab 1983 errichtete Erweiterungsbau wurde 1987 eröffnet.
www.lehmbruckmuseum.de

 

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Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Die Interaktive Tastausstellung SHAPE! ist ist im Lehmbruck Museum bis zum 1. September zu sehen. Außerdem läuft noch die Werkschau „In Agnosie“ von Alicja Kwade bis zum 25. Februar. Geöffnet ist das Lehmbruck Museum dienstags bis freitags ab 12 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR (erster Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr) bis 20 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro (ermäßigt* 5 Euro), eine Jahreskarte 35 Euro (ermäßigt* 20 Euro). Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte (2 Erwachsene plus Kinder bis 14 Jahre) gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

Zu seinen Sonderausstellungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr. Für Informationen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung (Zu Preisen und Buchungen für Führungen geht es hier). Tickets für Führungen und Veranstaltungen können vorab im Ticket-Shop des Museums gebucht werden.

 
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70 Prozent), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen im Sozialleistungsbezug.

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© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (2), Lehmbruck Museum (2), Ilja Höpping / Stadt Duisburg (2)

 

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