Duisburger Hafen AG: Intelligenter Landstrom am Ruhrorter Hafenmund versorgt Binnenschiffe

Mehr Nachhaltigkeit für Binnenschiffer kostenneutral
Von Petra Grünendahl

An einer der neuen Ladestationen am Ruhrorter Hafenmund (v. l.): Alexander Garbar (Duisburger Hafen AG), Magnus Espeloer, Stefan von Dobschütz (beide Innogy eMobility Solutions GmbH), Hafenchef Erich Staake und Yvonne Paraschkevov (EAD Leidel GmbH). Foto: Petra Grünendahl.
„Uns war wichtig, dass die Ladesäulen für die Nutzer einfach zu bedienen sind“, erklärte Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG (duisport). Das schaffe die Voraussetzung, dass Binnenschiffer Strom von den Ladesäulen beziehen statt ihre Dieselmotoren für Generatoren laufen zu lassen. „Mit 35 Cent pro Kilowattstunde ist der Strom nicht teurer, als wenn die Schiffer ihre Diesel laufen lassen würden“, sagte Magnus Espeloer von Innogy eMobility Solutions „Wir verschenken den Strom nicht“, erzählte Alexander Garbar, der in der Unternehmensentwicklung von duisport für Nachhaltigkeitsprojekte (sustainability) verantwortlich ist. Mit einer App kann man über Smartphone nicht nur Zugang zur Stromversorgung bekommen und den Strom bezahlen, ohne sich vorab registrieren zu müssen. Man kann auch darüber bei der Einfahrt in den Hafen freie Stationen aufrufen und Ladezeiten reservieren.

Im Pressegespräch stellten duisport-Chef Erich Staake (2. v. l.) und Duisburgs Stadtdirektor Martin Murrack (2. v. r.) zusammen mit Stefan von Dobschütz (l.), Geschäftsführer von Innogy eMobility Solutions, und Yvonne Paraschkevov, Geschäftsführerin von EAD Leidel, die neuen Ladestationen am Ruhrorter Hafenmund vor. Foto: Petra Grünendahl.
Drei neue Ladestationen für die Landstromversorgung in der Binnenschifffahrt hat die Duisburger Hafen AG am Hafenmund in Ruhrort installiert. Im Pressegespräch stellten duisport-Hafenchef Erich Staake, Duisburgs Stadtdirektor Martin Murrack, Stefan von Dobschütz (Geschäftsführer von Innogy eMobility Solutions) und Yvonne Paraschkevov (Geschäftsführerin von EAD Leidel) die Ladestationen vor. Die neuen Ladesäulen ersetzen die 25 Jahre alte bisherige Landstromversorgung. Jede Ladestation verfügt über zwei Ladepunkte, so dass sechs Binnenschiffe am Hafenmund mit Landstrom versorgt werden können. Jeder Anschluss liefert bis zu 63A. Partner der Duisburger Hafen AG sind die Innogy eMobility Solutions GmbH und die EAL Leidel GmbH als Hersteller der Ladesäulen. „Innogy hat hier eine Entwicklung voran getrieben, die uns wichtig ist“, lobte Staake die Zusammenarbeit mit dem Energie-Dienstleister. Weitere Ladestationen im Duisburger Hafen sollen folgen: „Wir entwickeln uns zu einem attraktiven Anlegeplatz für Flusskreuzfahrtschiffe“, sagte der Hafenchef, „da brauchen wir den Strom.“

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Elektromobilität muss einfach sein

Die neuen Landstrom-Ladestationen für die Binnenschiffer werden einfach über eine App auf dem Smartphone bedient und abgerechnet. Foto: Petra Grünendahl.
Die gute Zusammenarbeit des Duisburger Hafens mit der Stadt lobte Stadtdirektor Martin Murrack, in dessen Verantwortlichkeit auch die Digitalisierung (Smart City) gehört. Er freute sich über die positiven Auswirkungen auf den Klimaschutz: „Jetzt müssen die Schiffe nicht mehr stand-by die Motoren laufen lassen, um Strom an Bord generieren zu können.“ – „Duisburg hat hier als Stadt eine Vorreiterrolle eingenommen“, erklärte Stefan von Dobschütz, Geschäftsführer der Innogy-Tochter für Elektromobilität, der nach der Stromer-Tankstelle bei Ikea in Beeck nun das zweite Nachhaltigkeitsprojekt seines Unternehmens vorstellen durfte. „Elektromobilität muss einfach sein. Das gilt auch für die Binnenschifffahrt“, so Dobschütz.

Duisburg wird immer mehr zu einem attraktiven Anlegeplatz für Flusskreuzfahrtschiffe. Foto: Petra Grünendahl.
Die App zur Steuerung der Ladevorgänge ermögliche verschiedene Bezahlvarianten, ohne dass man sich registrieren oder ein Konto anlegen müsse. Die Ladestationen seien hochwassergeschützt, die Stromversorgung mit größtmöglicher Netzsicherheit verfügbar: „Sie funktioniert bei Wind und Wetter und bei jedem Pegelstand“, brachte es Dobschütz auf dem Punkt. Der Stromverbrauch und die Abrechnung sei für Nutzer wie für den Betreiber transparent. „Wir verbinden hier die Technik einer e-Ladesäule fürs Auto mit dem Angebot von Landstrom für Schiffe“, erklärte Yvonne Paraschkevov, Geschäftsführerin der EAL Leidel GmbH, die die Lade-Infrastruktur herstellt. An der Rheinschiene und der Mosel hätten sie bereits zwölf solcher Ladesäulen installiert und im Einsatz, erzählte Paraschkevov. Nicht nur in Duisburg dürfte die Anzahl solcher Ladestationen also weiter wachsen – zum Wohl der Umwelt.

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© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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