Zoo Duisburg: Tigerjungtiere erobern Außenanlage

Tigernachwuchs auf der Außenanlage im Zoo Duisburg. Foto: I. Sickmann.
In den vergangenen Wochen machten die Mini-Tiger unter den wachsamen Augen von Mutter Dasha ihre ersten Gehversuche im rückwertigen Bereich der Tiger-Anlage. Nun erobert der Nachwuchs auch das Außenareal. „Das ist auch für uns spannend zu beobachten, die Außenanlage ist ein großer Abenteuerspielplatz für Tigerkinder“, freut sich Tierpflegerin Bianca Königshausen. Hohes Gras, flache Wasserzonen und zahlreiche Klettermöglichkeiten bieten den noch kleinen Großkatzen viel Abwechslung. An zwei Einsichtspunkten können ab sofort auch alle Zoobesucher den Jungtieren bei ihren Ausflügen zuschauen. Dabei ist Geduld aber unbedingt nötig, denn „die Tiere haben Rückzugszonen auf der Anlage“, erklärt die Tierpflegerin.

Tigernachwuchs auf der Außenanlage im Zoo Duisburg. Foto: M. Appel.
Vor allem in den Morgenstunden ist die Chance am größten, den kleinen Raubkatzen zuzuschauen. Dann tapsen die Mini-Tiger an der Seite von Dasha aus dem Stall auf das Außengelände, erklimmen Baumstämme und huschen in der dichten Vegetation umher. Während ihre Mutter alle Pfoten voll mit der Aufzucht der Kleinen zu tun hat, genießt Vater El-Roi in der benachbarten Anlage die Ruhe. „Sibirische Tiger sind Einzelgänger, die Aufzucht ist Aufgabe der Katzen“, so Bianca Königshausen. Dennoch hatte der stattliche Tigerkater bereits Kontakt zu seinem Nachwuchs. Interessiert beobachtete er die zwei Jungtiere durch eine schützende Abtrennung hindurch, beschnupperte die Kleinen und spielte sogar mit ihnen. „Das toleriert Dasha, bei einem direkten Aufeinandertreffen würde sie den Nachwuchs allerdings verteidigen und den Vater vertreiben“, weiß die Pflegerin.

Erster Tierarztbesuch bei den Mini-Tigern

Tigernachwuchs beim Tierarzt. Foto: Zoo Duisburg.
Neben dem veterinärmedizinischen Check-Up wurde das Geschlecht der Jungtiere bestimmt. Mit der Entwicklung der kleinen Raubtiere ist das Zoo-Team sehr zufrieden: Nun hat sich die Tierärztin gemeinsam mit den Tierpflegern den Nachwuchs das erste Mal aus der Nähe angeschaut. Dabei wurde auch ein Geheimnis gelüftet, denn das Geschlecht der Jungtiere steht nun fest: Es ist ein kleiner Kater und eine kleine Katze.

Das Ergebnis der veterinärmedizinischen Untersuchung freut alle Beteiligten: „Die kleinen Tiger sind gesund und wohlgenährt“, erzählt Zootierärztin Dr. Carolin Bunert. Etwa sieben Kilo wiegen die Jungtiere bereits – und wissen anscheinend schon genau, dass aus ihnen einmal stattliche Raubtiere werden. „Fauchen können die Minis schon fast wie die großen“, lacht Bunert. Bei der tierärztlichen Untersuchung der noch namenlosen Jungtiere wurde neben der Gewichtsbestimmung auch das Gebiss kontrolliert, eine Wurmkur verabreicht, der Bauchraum abgetastet und ein Blick auf die Pfoten geworfen. Auch die Impfung gegen Katzenschnupfen haben die zwei kleinen Tiger erfolgreich überstanden. Wie alle Zootiere hat der Nachwuchs während der Untersuchung auch seinen Transponder bekommen. „Mit der einzigartigen Nummer lässt sich jedes Tier identifizieren. Sie ist auf einem Reiskorn großen Chip gespeichert, welcher von uns mit einer Kanüle unter die Haut gesetzt wird“, erklärt die Tierärztin, welche bei den Untersuchungen Unterstützung von den betreuenden Tierpflegern erhielt.

Schon nach wenigen Minuten ging es für die zwei Wonneproppen zurück ins Strohbett. Dann konnte Tigerin Dasha zurück zu ihren Kleinen. „Nach der ganzen Aufregung hat Dasha ihren Nachwuchs vorbildlich beruhig“, erzählen die Tierpfleger. Bis die Besucher die Jungtiere live vor Ort im Zoo beobachten können, wird es nicht mehr lange dauern. „Die Zwei werden von Tag zu Tag agiler, erkunden ihre Umgebung und werden bald auch die Außenanlage erobern“, wissen die Tierpfleger.

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Sibirische Tiger

Tigernachwuchs auf der Außenanlage im Zoo Duisburg. Foto: I. Sickmann.
Sibirische Tiger sind die größten lebenden Katzen der Welt, ihre Bestände gelten als stark gefährdet. Ursprünglich war diese Tigerart in weiten Regionen Asiens verbreitet. Durch Wilderei und Lebensraumzerstörung ist der Bestand im ursprünglichen Verbreitungsgebiet in den letzten 100 Jahren um mehr als 90 Prozent gesunken. Heute leben schätzungsweise nur noch 600 Sibirische Tiger in wenigen Naturreservaten, die kaum mehr als 5 Prozent seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes ausmachen. Obwohl alle Tigerarten streng geschützt sind, floriert der illegale Handel mit ihren Fellen, Knochen und Zähnen auf dem asiatischen Markt. Jede Zucht in Zoologischen Gärten ist daher enorm wichtig und hilft, eine gesunde Reservepopulation unter geschützten Bedingungen zu erhalten.

Zoo Duisburg
Der Zoo Duisburg wurde 1934 auf einer Fläche von 4 Hektar eröffnet. Schon 1937 wurde der Tierpark am Kaiserberg auf 8 Hektar erweitert. Der Zoo Duisburg präsentiert als wissenschaftlich geleiteter Zoologischer Garten Tiere in einem großzügigen, tiergerechten und naturnah gestalteten Umfeld. In Anlehnung an die Welt-Zoo und Naturschutzstrategie verfolgt der Zoo Duisburg vier Kernziele: Erhaltungszucht, Wissensvermittlung, Forschung und – für die Besucher – Erholung. Bekannt ist der Zoo für sein Delfinarium und die in Deutschland erste dauerhafte und lange Zeit einzige Haltung und bis heute einzige Zucht von Koalas. Daneben werden zahlreiche zoologische Raritäten gehalten, wie z. B. Riesenotter oder ein Amazonasdelfin aus Südamerika, Bärenstummelaffen und Pinselohrschweine aus Afrika, Fossas aus Madagaskar, Nebelparder aus Asien oder Wombats aus Australien. Der Zoo Duisburg ist ein Tochter-Unternehmen der Stadt Duisburg.
www.zoo-duisburg.de
Zoo Duisburg
Fotos: I. Sickmann (2), M. Appel (1), Zoo Duisburg (1)

 

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