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IHK: Konjunkturumfrage bei der Wirtschaft im Rheinland offenbart Probleme

Erwartungen eingetrübter als im Herbst, aber immer noch leicht positiv
Von Petra Grünendahl

Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf. Foto: Olaf-Wull Nickel / IHK Düsseldorf.
Erneute Einschränkungen der Wirtschaft aufgrund der Corona-Pandemie im Herbst 2021 haben die wirtschaftliche Lage, die gerade auf Erholungskurs war, wieder ausgebremst. Die Nachfrage ist dabei eher nicht das Problem, sondern das Angebot bzw. die Möglichkeit, etwas anzubieten. Zwar sind die Erwartungen insgesamt noch positiv, aber für den weiteren Jahresverlauf doch (wieder) sehr gedämpft. Wie bereits die Konjunkturbarometer der Niederrheinischen IHK sowie der Ruhr-IHKs zeigten, gehen die Erwartungen zurück: Ein Phänomen, welches sich nicht nur im Ruhrgebiet zeigt, sondern auch im Rheinland. Und: „Es gibt da keine signifikanten Unterschiede in den einzelnen IHK-Bezirken“, erklärte Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, für das Rheinland.

 

Foto: Screenshot.
Im Online-Pressegespräch stellte Gregor Berghausen das Konjunkturbarometer zusammen mit Gerd Helmut Diestler, Konjunkturreferent der IHK Düsseldorf, als Federführer des diesjährigen Konjunkturberichts der IHK-Initiative Rheinland vor. Befragt hatten die Industrie- und Handelskammern die Unternehmen zwischen Mitte Dezember 2021 und Ende Januar 2022, so dass die aktuelle Entwicklung in der Ukraine noch nicht berücksichtigt ist. Corona spielt so langsam nicht mehr die alleinige Hauptrolle in den Konjunktur-Erwartungen, sondern Risiken wie Rohstoff- und Energiekosten sowie der Fachkräftemangel. Zwar ist insgesamt die Industrie noch am besten durch die Coronakrise gekommen, allerdings leiden jetzt hier einige Branchen mehr als andere unter den hohen Rohstoff- und Energiekosten sowie an unsicheren Lieferketten.

 

 
Folgen des Lockdown und Rohstoffpreise drücken die Stimmung

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Je näher am Konsumenten der Handel positioniert ist, desto schwerer wogen die Einschränkungen durch Corona. Auch beklagt der Einzelhandel die immer noch unklare Öffnungsperspektive und die fehlende Shoppinglaune der Verbraucher. Der produktionsnahe (Groß-)Handel ist hier eher weniger betroffen, hat aber mitunter mit Lieferproblemen zu kämpfen. Der Bereich Dienstleistung ist im Vergleich zum vergangenen Jahr wieder verhaltender in der Einschätzung von Wirtschaftslage und Erwartungen: Je kontaktintensiver und näher am Kunden, desto schlechter die Lage und umso pessimistischer blicken die Unternehmer in die Zukunft. Gastronomie und Eventbranche stechen hier besonders heraus, könnten sie doch auf keinerlei Nachhol-Effekte hoffen, machte Berghausen klar: „Das ausgefallene ‚Essen gehen’ holen Sie nicht nach.“ Außerdem hat die Gastronomie nach dem Lockdown auch damit zu kämpfen, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, weil viele sich für ihren Lebensunterhalt umorientieren mussten.

 

Foto: Screenshot.
Die Exporterwartungen bleiben hoch, die Nachfrage auch aus dem Ausland stabil positiv. Besonders optimistisch sind der Fahrzeug-/Maschinenbau und die Elektroindustrie, aber auch die Chemie. Die insgesamt etwas getrübten Konjunkturerwartungen drücken ein wenig auf die Planung von Investitionen und Personal, beide liegen aber (noch) im positiven Bereich. Rückläufig seien Investitionen jedoch zum Beispiel in der Ernährungsindustrie, Einzelhandel und Gastgewerbe, ergab die Umfrage. Kurzarbeit werde weiterhin genutzt. Stabil ist die Geschäftslage insgesamt, Belastungen treten in den Branchen auf, deren Beschaffungskosten in die Höhe geschnellt sind.

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Die Niederrheinische IHK und die IHKs im Rheinland

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Die Niederrheinische IHK vertritt das Gesamtinteresse von rund 69.000 Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen in Duisburg und den Kreisen Wesel und Kleve. Sie versteht sich als zukunftsorientierter Dienstleister und engagiert sich als Wirtschaftsförderer und Motor im Strukturwandel. Zur Gruppe der IHK-Initiative Rheinland zählen neben Duisburg, Wesel und Kleve die Kammerbezirke Krefeld / Mittlerer Niederrhein, Düsseldorf, Wuppertal / Bergisches Land, Aachen, Köln und Bonn / Rhein-Sieg. Seit 18 Jahren arbeiten sie gemeinsam am Konjunkturbarometer Rheinland, für die die Unternehmen in den IHK-Bezirken jeweils zum Jahresbeginn und im Spätsommer befragt werden. Beteiligt hatten sich bei der Umfrage zum Jahresbeginn 2022 rund 3.100 Unternehmen aus der Region. Der ungewöhnlich große Rücklauf aus Industrie, Groß- und Einzelhandel und dem Dienstleistungssektor ermöglichte die Aufschlüsselung der Daten in 16 Einzelbranchen, die ein genaueres Bild der Lage widergaben.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Olaf-Wull Nickel (1), Infografiken/Präsentation: IHK Düsseldorf

 
 

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