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Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zeigt Fotografien von Linda McCartney

Die Fotografin unter Musikern entführt zu den Jugend-Idolen der späten Sechziger
Von Petra Grünendahl

The Rolling Stones, New York, 1966 © Paul McCartney / Fotografin Linda McCartney / Courtesy Sammlung Reichelt und Brockmann.
Ihre Fotos begeistern insbesondere durch ihre Nähe zu den Stars, die die Idole so manch einer Jugend waren. Als die Amerikanerin Linda Eastman (1941–1998) Mitte der 1960er Jahre zu fotografieren beginnt, gerät sie unmittelbar in die Szene von Rock und Pop. Eine Presseeinladung öffnet ihr die Türen zu der Promotion-Party der Rolling Stones. Hier beginnt ihre ungewöhnliche Karriere: „Es waren die Zeiten, als Jimi Hendrix aus heiterem Himmel in mein Apartment geschneit kam und ich mit Jim Morrison in Chinatown zum Essen ging.
The Beatles, London, 1967 © Paul McCartney/Fotografin Linda McCartney/Courtesy Sammlung Reichelt und Brockmann.
Einmal kaufte ich mit Janis Joplin Erdnussbutter für ein mitternächtliches Festmahl, ein andermal kurvte ich mit Jackson Browne mit der U-Bahn durch die Stadt.“ Bereits etabliert als Fotografin in der Musikszene trifft sie die Beatles und damit ihren späteren Ehemann Paul, mit dem sie von 1969 bis zu ihrem Tod verheiratet war. Sie beobachtet und dokumentiert die Entstehung des berühmten Covers zu Abbey Road aus dem Jahr 1969 und gibt mit ihren Fotos intimen Einblick in das Familienleben der McCartneys.

 

Linda McCartney: Das Plakat zur Ausstellung. Quelle: Ludwiggalerie.
Kaum war zu Beginn des Jahres 2020 die Ausstellung „Fotografin unter Musikern: Linda McCartney – The Sixties and more” eröffnet, musste sie – nach dem Ausbruch von Corona – auch schon wieder schließen. Die bis dahin tolle Resonanz und unzählige Nachfragen nach einer Wiederauflage haben die Ludwiggalerie dazu bewogen, diese internationale und weibliche Position im Bereich der Fotografie, inklusive eines breiten Rahmenprogramms, erneut zu zeigen. Die Ausstellung wurde erarbeitet mit der Stiftung „Reichelt und Brockmann Art Foundation“ Mannheim. Die Schau wird am Samstag, 14. Mai offiziell eröffnet. Einen Einblick gibt der Flyer zur Ausstellung.

 

 
Die Sechziger in Bildern eingefangen

Roadworks: My Love, London, 1978 © Paul McCartney / Fotografin Linda McCartney / Courtesy Sammlung Reichelt und Brockmann.
Vor allem ihre Bilder der großen Musikstars der späten 1960er Jahre prägen bis heute das Bild dieser sich von moralischer Etikette befreienden Zeit. Janis Joplin und Jimi Hendrix, Nico und Brian Jones, The Doors und The Who, Aretha Franklin und Bob Dylan werden von ihr in selbstverständlicher Natürlichkeit und häufig auch mit großer Dynamik ins Bild gesetzt. Die Ausstellung zeigt mit den Fotos aus den Sixties eindringliche Momente dieser intensiven musikalischen Ära. Auch auf all ihren Reisen hat Linda McCartney die Kamera mit dabei gehabt. Ihre Roadworks zeigen ausdrucksvoll die Beobachtungen von Menschen und Räumen. Immer wieder ist es der Blick in den Rückspiegel, der fasziniert hat. Und schließlich ist McCartney auch im experimentellen Bereich kreativ geworden. Ihre Sunprints zeigen durch das Tageslicht, durch die Sonne, belichtete Bilder, die vom Stillleben bis zum Porträt reichen.

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Aretha Franklin, für Mademoiselle, Los Angeles, 1968 © Paul McCartney/Fotografin Linda McCartney/Courtesy Sammlung Reichelt und Brockmann.
Zusätzlich zu den Fotografien wird dem Thema der Musik und dessen bildkünstlerischer Ausformung intensiv nachgegangen. Die Gestaltung von Plattencovern, die sich ab der Mitte der 1960er Jahre ebenfalls grundlegend verändert, wird in einem eigenen Ausstellungsbereich vorgestellt. Ikonische Designs wie Hipgnosis‘ The Dark Side of the Moon für Pink Floyd, Klaus Voormanns Revolver für die Beatles oder Andy Warhols Sticky Fingers für die Rolling Stones haben heute Kultstatus. Ein eigens für die Ausstellung zusammengestellter Soundwalk ermöglicht den Besuchern auch musikalisch in die Zeit der Sechzigerjahre einzutauchen.

 
Zur Ausstellung „Fotografin unter Musikern: Linda McCartney – The Sixties and More“ ist ein Booklet mit einem Text von Dr. Christine Vogt mit 16 Seiten (2. Auflage) für 5,00 Euro erhältlich (ISBN 978-3-932236-47-1).

 

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Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
Die Sonderausstellung im Großen Schloss läuft bis zum 11. September 2022. Das Museum ist geöffnet von Dienstag bis Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr. Montags ist Ruhetag, feiertags sowie Oster- und Pfingstmontag ist jedoch geöffnet. Geschlossen ist am 24., 25. und 31. Dezember sowie 1. Januar. Der Eintritt kostet 8,00 Euro (ermäßigt 4,00 Euro, Familien mit zwei Erwachsenen plus Kindern 12,00 Euro). Außerdem gibt es ein Kombiticket mit dem Gasometer Oberhausen für 14,00 Euro.

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Janis Joplin im Fillmore East mit “Ball and Chain”, New York, 1967 © Paul McCartney / Fotografin Linda McCartney / Courtesy Sammlung Reichelt und Brockmann.
Öffentliche Führungen finden im Großen Schloss sonn- und feiertags um 11.30 Uhr statt. Zudem gibt es Kuratorinnenführungen (mit der Direktorin Dr. Christine Vogt):

  • Sonntag, 15.05.2022, 14 Uhr (um 15 Uhr führt sie durch die Manfred-Vollmer-Ausstellung im Kleinen Schloss),
  • Sonntag, 26.06.2022, 15 Uhr,
  • Sonntag,31.07.2022, 15 Uhr,
  • Sonntag, 21.08.2022, 15 Uhr,
  • Sonntag, 11.09.2022, 15 Uhr.

 
Alle Führungen sind im Museumseintritt inklusive. Details zum Rahmenprogramm zu den Ausstellungen sowie zum museumspädagogischen Angebot gibt es hier. Tagesaktuelle Informationen zu den Corona-Regeln auf gibt es auf der Website.

 
 
 

Das Kleine Schloss der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
Nur noch bis Sonntag, 15. Mai 2022 zeigt die Ludwiggalerie in im Kleinen Schloss Fotografien von Manfred Vollmer: „ausgelöst – Fotografien von 1968 bis heute“. Hier unser Bericht … Ab dem 22. Mai zeigt die Ludwiggalerie im Kleinen Schloss bis zum 3. Juli 2022 die Ausstellung „Welche Farbe hat …? – 55 Jahre Städtische Malschule Oberhausen“ und anschließend vom 10. Juli bis zum 16. Oktober 2022 „PARALLEL – Der Kunstverein zu Gast in der Ludwiggalerie“ mit den Künstlern Jan Kolata und Paul Schwer.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Linda McCartney / Sammlung Reichelt und Brockmann (6), Petra Grünendahl (2)

 
 

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