Trotz Corona: Ausbildungsmarkt bietet jungen Menschen gute Perspektiven

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Nachvermittlungsaktion in der Region gestartet

Die Niederrheinische IHK an der Mercatorstaße. Foto: Petra Grünendahl.
Den Unternehmen ist sehr bewusst, dass das Thema „Fachkräftegewinnung“ nach der Pandemie erneut ganz oben auf der Tagesordnung stehen wird. Trotz enormer Belastungen durch die Corona-Krise halten auch in diesem Jahr viele Ausbildungsbetriebe engagiert an der Ausbildung fest. Angebot und Nachfrage fanden auf dem Ausbildungsmarkt schwer zusammen. Bedingt durch den Lockdown fielen im Frühjahr die bewährten Angebote zur Berufsberatung und -orientierung aus. In dieser besonderen Situation richteten die Partner im Regionalen Ausbildungskonsens alle Anstrengungen darauf, Ausbildung im Sinne der beruflichen Perspektiven junger Menschen und der Fachkräftesicherung der Unternehmen der Region zu sichern. Die Konsenspartner gehen in ihrer Analyse davon aus, dass in diesem Jahr verstärkt bis in den Winter hinein Ausbildungsverträge geschlossen werden. Nutzen wir also jetzt erst recht das „5. Quartal“, um noch möglichst vielen Jugendlichen den erfolgreichen Einstieg in das Berufsleben zu ermöglichen. Die Partner werden auch im Herbst die Vermittlungsaktivitäten engagiert fortführen: Um den aktuell noch unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern ein passendes Angebot unterbreiten zu können, bieten die Agenturen für Arbeit in Duisburg und Wesel, die Jobcenter der Region, die Niederrheinische IHK und die Handwerkskammer individuelle Nachvermittlungsgespräche an. Auch die Berufskollegs sind auf einen späteren Einstieg in die diesjährige Ausbildung vorbereitet. Dies ist das Ergebnis der Regionalen Ausbildungskonferenz, die in der IHK in Duisburg tagte.

Der Bewertung durch die Konferenzmitglieder liegen die Kennzahlen des Ausbildungsmarktes zum Stichtag 30. September 2020 zugrunde. Da die Wirtschaft ca. drei Monate stillstand und in dieser Zeit auch die Bewerberinnen und Bewerber kaum zu erreichen waren, „hängt“ im Corona-Jahr der Ausbildungsmarkt etwa 10 bis 12 Wochen zeitlich hinterher. Angebot und Nachfrage fanden schwerlich zusammen. Mit zusätzlichen, gemeinsamen und auch virtuellen Beratungs- und Unterstützungsangeboten begegnen die Partner im Ausbildungskonsens dieser Entwicklung. Verstärkter Social-Media-Einsatz, Online Speed-Datings, Telefonaktionen und Präsenz der Akteure vor Ort, u.a. auf Wochenmärkten und zentralen Plätzen in den Städten der Region, ergänzen in diesem Jahr das bereits etablierte Serviceangebot. Auf diese Weise ist es im Sommer vielfach gelungen, Bewerberinnen und Bewerbern und Betriebe zusammenzuführen und auf dem regionalen Ausbildungsmarkt durch diese auch weiterhin noch laufenden Aktivitäten einen deutlichen Aufholprozess zu starten.

Auch jetzt, im Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt bestehen noch Chancen: Für Jugendliche, die ersehnte Lehrstelle zu finden, und für Unternehmen, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Seit Mitte Oktober bieten die Konsenspartner individuelle Nachvermittlungsgespräche an. Gezielt genutzt werden können zudem die Ausbildungs-Förderinstrumente der Bundesagentur für Arbeit sowie der Jobcenter, wie zum Beispiel die „assistierte Ausbildung“ oder „ausbildungsbegleitende Hilfen“. Ebenso können sich Betrieb und Bewerberinnen und Bewerber über ein längerfristiges Praktikum im Rahmen der Einstiegsqualifizierung besser kennenlernen. Die Konsenspartner leisten Unterstützung bei der Information und Beratung über diese Instrumente.

Um das Nachvermittlungsverfahren zu unterstützen, lautet der Appell an die Unternehmen, freie oder wieder frei gewordene Lehrstellen weiter anzubieten, den Agenturen für Arbeit zu melden sowie auch Bewerberinnen und Bewerber Chancen einzuräumen, die vielleicht nicht umfassend die erwarteten Qualifikationen, jedoch Motivation und Talent mitbringen.

Offene Ausbildungsstellen finden sich auf den Internetseiten der Agenturen für Arbeit (www.arbeitsagentur.de), des Jobcenters Kreis Kleve (www.jobzentrale-kreis-kleve.de), der Handwerkskammer Düsseldorf (www.hwk-duesseldorf.de) und der Niederrheinischen IHK (www.ihk-lehrstellenboerse.de).

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Betriebe, die noch Auszubildende suchen, können Ihre Angebote auf den Internetseiten der Handwerkskammer und der Niederrheinischen IHK hinterlegen bzw. per Email den Agenturen für Arbeit Duisburg und Wesel und dem Jobcenter Kreis Kleve melden:

An die Agentur für Arbeit Duisburg und das jobcenter Duisburg: duisburg.arbeitgeber@arbeitsagentur.de, Jobcenter Kreis Kleve: Arbeitgeberservice@kreis-kleve.de, die Agentur für Arbeit Wesel mit den Kreisen Kleve und Wesel und das Jobcenter Kreis Wesel im Rahmen des gemeinsamen Arbeitgeberservices: wesel.arbeitgeber@arbeitsagentur.de.

Die Kennzahlen der Arbeitsagenturen Duisburg und Wesel im Einzelnen:
Der Agenturbezirk Duisburg verzeichnet einen Rückgang der gemeldeten Ausbildungsstellen von 3.335 auf 3.004 (- 9,9 Prozent), davon sind 2.782 betriebliche Ausbildungsstellen, 306 oder 9,9 Prozent weniger als im letzten Jahr. Die Zahl der Bewerber sank um 14,2 Prozent von 3.740 auf 3.209. Ende September waren 119 Bewerber noch ohne Ausbildungsstelle, dies ist ein Anstieg um 33 beziehungsweise 38,4 Prozent. Ihnen stehen noch 156 unbesetzte Ausbildungsstellen zur Verfügung, 47,5 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Wesel, der die Kreise Kleve und Wesel umfasst, sank die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen gegenüber dem Vorjahr um 4,1 Prozent (-193 Stellen) auf 4.539. Davon sind 4.318 betriebliche Ausbildungsstellen, 273 oder 5,9 Prozent weniger als im letzten Jahr. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber ging um 19,2 Prozent auf 4.559 zurück. Ende September waren 398 Bewerberinnen und Bewerber noch ohne Ausbildungsstelle, dies ist ein Anstieg um 10 beziehungsweise 2,6 Prozent. Ihnen stehen noch 610 unbesetzte Ausbildungsstellen zur Verfügung, 108 mehr als vor einem Jahr.

Die Mitglieder der Regionalen Ausbildungskonferenz
Vertreter der Gebietskörperschaften, der Agenturen für Arbeit Duisburg und Wesel, der Jobcenter Duisburg, Kreis Wesel und Kreis Kleve, der Berufskollegs, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Industriegewerkschaft Metall, des Unternehmerverbandes Ruhr-Niederrhein, der Apothekerkammer Nordrhein, der Regionalagentur NiederRhein, der Handwerkskammer Düsseldorf sowie der Kreishandwerkerschaften und der Niederrheinischen IHK.

Die Niederrheinische IHK vertritt das Gesamtinteresse von rund 69.000 Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen in Duisburg und den Kreisen Wesel und Kleve. Sieversteht sich als zukunftsorientierter Dienstleister und engagiert sich als Wirtschaftsförderer und Motor im Strukturwandel.
Niederrheinische Industrie- und Handelskammer
Duisburg – Wesel – Kleve zu Duisburg

Foto: Petra Grünendahl

 

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