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MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst zeigt die Sammlung Haniel

Aus der Verwaltung in Ruhrort ins Museum am Innenhafen
Von Petra Grünendahl

Jutta Stolle (l.) und Ivonne Bochert (r.) im Pressetermin: Die Sammlung Haniel – Der eigene Weg im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
„Die Bilder hängen bei uns in Büros, auf den Fluren oder in Besprechungsräumen”, erzählte Jutta Stolle von der Firma Haniel in Ruhrort. In die Konzernzentrale am Franz-Haniel-Platz gehen die Bilder nach dieser Ausstellung auch wieder zurück. Bis zum Mai 2024 jedoch hat die Öffentlichkeit nun die Möglichkeit, eine umfassende Präsentation aus dieser Sammlung moderner Kunst zu sehen, die, so Museumsdirektor Walter Smerling: „eng mit der Entstehungsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland und mit der Stadt Duisburg verbunden sind.“
Ivonne Bochert (l.) und Jutta Stolle (r.) im Pressetermin: Die Sammlung Haniel – Der eigene Weg im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
Smerling hob die eminente kunsthistorische Bedeutung der Sammlung Haniel hervor, die ähnlich wie der Ursprung des MKM Museum Küppersmühle ohne privates Engagement nicht möglich gewesen wäre. Spannend sind neben vielen Gemälden und Grafiken verschiedenster Stilrichtungen übrigens die vier „Apothekerschränke“. Die Auftragsarbeit zeigt vom Künstler gestalteten Arzneimittelpackungen in den Schränken mit Schriftzügen von Unternehmen und Beteiligungen aus der Firmenhistorie von Haniel: Neben YtongXella oder der Reederei Haniel auch zum Beispiel die Gutehoffnungshütte (GHH) sowie die Zechen Zollverein und Rheinpreußen (Kohle, Chemie, Tankstellen).

 

Die Sammlung Haniel – Der eigene Weg im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
uRund 100 Werke der „Sammlung Haniel – Der eigene Weg“ sind im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst in den acht Wechselausstellungsräumen im Erdgeschoss zu sehen. Museumsdirektor Walter Smerling stellte die Sonderausstellung zusammen mit Jutta Stolle und Ivonne Bochert vom kuratorischen Team der Sammlung Haniel vor.
Museumsdirektor Walter Smerling im Pressegespräch: Die Sammlung Haniel – Der eigene Weg im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
Zwar waren schon mal einzelne Bilder der Kunstsammlung in Ausstellungen zu sehen gewesen, aber noch nie diesem Umfang, wie sie nun das Museum Küppersmühle am Innenhafen präsentieren kann. „Wir freuen uns sehr darüber, die Sammlung Haniel als ein weiteres kunsthistorisches Dokument für das Informel und sein Umfeld zum ersten Mal der Öffentlichkeit zu präsentieren. Der künstlerische Fokus der Sammlung, der einen generationenübergreifenden Sammlungsschwerpunkt forciert, spiegelt sich auch in der Sammlung des MKM Museum Küppersmühle wider. Die Werke der Sammlung Haniel stehen somit nicht nur in Beziehung zueinander, sondern können auch in einem weiteren Kontext mit den Werken der Sammlung des MKM betrachtet werden“, sagte Smerling. Die Ausstellung wird heute Abend mit geladenen Gästen eröffnet.

 

 
 
Die Sammlung Haniel

Die Sammlung Haniel – Der eigene Weg im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
Die heutige Franz Haniel & Cie. GmbH ist wurde 1756 gegründet, als der preußische König Friedrich II. für Franz Haniels Großvater Jan Willem Noot (1708-1770) einen Erbpachtvertrag zum Bau eines Packhauses (das heutige Haniel-Museum) unterzeichnete. Nach dessen Tod übernahm Schwiegersohn Jacob Haniel die Geschäfte, ab 1782 dessen Witwe Aletta Haniel (1742-1815). Im Jahr 1802 wurden deren Söhne Franz (1779-1868) und Gerhard zu Teilhabern des Unternehmens. Insbesondere Franz forcierte neben dem Speditionsgeschäft und der Reederei die Bereiche Kohle, Eisen und Stahl. Das Unternehmen ist heute ein Mischkonzern mit Beteiligungen aller Art und befindet sich vollständig im Besitz von Mitgliedern der Familie Haniel (Nachfahren von Aletta und ihrem Sohn Franz).

 

Die Sammlung Haniel – Der eigene Weg im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
Das noch heute in Ruhrort ansässige Familienunternehmen baute bereits seit 1983 mit großem Engagement eine Sammlung von Kunstwerken auf, die hier im MKM erstmals in dieser Fülle einer Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Präsentation von Gemälden, Grafiken und Skulpturen in der Unternehmenszentrale in Ruhrort folge dem Konzept der Kunst am Arbeitsplatz, so Smerling: Sie schaffe damit eine gelungene Verbindung von Kunst und Wirtschaft, als Inspiration für Mitarbeiter und dienen der Identitätsstiftung für Belegschaft und Kunden.

 

Die Sammlung Haniel – Der eigene Weg im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
Die Ausstellung zeigt Arbeiten von: Georg Baselitz | Julius Bissier | Peter Brüning | Carl Buchheister | Corneille | Karl Fred Dahmen | Ulrich Erben | Jean Fautrier | Lucio Fontana | Adolf Frohner | Winfred Gaul | Rupprecht Geiger | Raimund Girke | K.O. Götz | Hans Hartung | Herbert Brandl | Damien Hirst | Gerhard Hoehme | Hans Hofmann | Jerry Zeniuk | Katharina Grosse | Yves Klein | Imi Knoebel | Norbert Kricke | Piero Manzoni | Georges Mathieu | Henri Michaux | Ernst Wilhelm Nay | Richard Oelze | Blinky Palermo | Georg Karl Pfahler | Otto Piene | Arnulf Rainer | David Reed | Gerhard Richter | Jean Paul Riopelle | Bernard Schultze | Emil Schumacher | Sonderborg | Pierre Soulages | Antoni Tàpies | Fred Thieler | Hann Trier | Emilio Vedova | Alicia Viebrock | Fritz Winter | Wols | Peter Zimmermann.

 

Die Sammlung Haniel – Der eigene Weg im MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.
Zur Ausstellung erscheint im Januar 2024 ein umfassender, reich bebilderter Katalog im Wienand Verlag: Mit einem Essay von Anne-Marie Bonnet, einem Interview mit Christian Graf Dürckheim, dem geistigen Vater der Sammlung Haniel, sowie mit einleitenden Beiträgen von Walter Smerling und Maximilian Schwaiger, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Franz Haniel & Cie. GmbH.

 

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Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl

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Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.
Die Sammlung Haniel ist in den Wechselausstellungsräumen im Erdgeschoss bis zum bis zum 5. Mai 2024 zu sehen. Im Erweiterungsbau ist im zweiten Obergeschoss die Retrospektive von Heinz Kreutz bis zum 29. Januar 2024 ausgestellt. Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang, der Parkplatz befindet sich auf der anderen Straßenseite). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro (ermäßigt 3 Euro), für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 12 Euro (ermäßigt 6 Euro). Familien (2 Erwachsene plus Kinder) zahlen 18 Euro für das ganze Haus, 10 Euro für Wechselausstellungen. Kinder bis 16 Jahren haben freien Eintritt. Kindergruppen (Schule, Kita, Kinderfreizeit) zahlen 2 Euro pro Kind und Betreuer. Donnerstags haben alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises) freien Eintritt. Das MKM ist Partner der Ruhrkultur.Card. Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.

 
Offene Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung. Durch die Wechselausstellung gibt es mittwochs zwischen 15 und 16 Uhr die Führung „KunstMittwoch“. Beide Führungen sind im Eintritt enthalten. Zu den Ausstellungen bietet das MKM zudem immer wieder Themenführungen, Künstlergespräche oder Sonderformate an. Informationen zu Führungen und dem Begleitprogramm zu Ausstellungen gibt es unter www.museum-kueppersmuehle.de). Hier findet man zu Corona-Maßnahmen.

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Das Museum Küppersmühle als Kunstwerk um die Moderne Kunst

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst. Foto: Petra Grünendahl.
Das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst wurde im Jahre 1999 in einem ehemaligen Getreidespeicher im Innenhafen eröffnet. Er wurde nach Plänen der Basler Architekten Herzog & de Meuron zum Museum umgebaut. Initiator des Museumsprojekts war der Duisburger Kunstsammler Hans Grothe (1930–2019). Grothes Sammlung umfasste über 800 Werke von mehr als 40 deutschen Künstlern. Seit der Übernahme seiner Sammlung durch das Darmstädter Sammlerpaar Sylvia und Ulrich Ströher 2004/2005 stieg die Anzahl der Ausstellungsstücke und der vertretenen Künstler noch erheblich an. Insgesamt handelt es sich um eine der wichtigsten und umfangreichsten Sammlungen deutscher Kunst seit 1945. Zur Präsentation der ständigen Sammlung kommen immer wieder Wechselausstellungen hinzu. Seit 2008 war ein Erweiterungsbau geplant: Zunächst als ein „Schuhkarton“ auf den Silotürmen, der 2011 wegen Baumängeln scheiterte. Bei einem neuen Anlauf beauftragten die Ströhers 2014 das Architektenbüro Herzog & de Meuron erneut mit der Planung (Baubeginn war 2016): Der Erweiterungsbau wurde im September 2021 eröffnet. Seitdem sind im MKM in 42 Räumen auf gut 5.000 Quadratmetern etwas 320 Werke als Highlights aus der Sammlung Ströher in der Dauerausstellung zu sehen. Die Sammlung ist um ein mehrfaches größer: Schließlich sammelt das Darmstädter Ehepaar ja schon seit Mitte der 1980er-Jahre – und immer noch weiter. Der Fokus liegt auf Malerei, aber auch Skulptur, Installation und Fotografie sind vertreten. Die Sammlung umfasst zentrale Positionen der Kunstentwicklung in Deutschland, von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.

 
Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst als Standort der Sammlung Grothe wird seit seiner Gründung von der Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Bonn betrieben. Die Stiftung konzipiert und organisiert die Ausstellungen und betreut die umfangreiche Sammlung, die heute dem Kunstsammler-Ehepaar Ströher aus Darmstadt gehört, im MKM. Direktor ist seit 1999 Walter Smerling.

 
© 2023 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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