Unternehmerverband Duisburg: Fachkräftemangel bleibt drängendstes Problem

„Wir müssen das Interesse an MINT-Berufen wecken.“

Technische Ausbildungsberufe wie etwa der Zerspanungsmechaniker bieten aussichtsreiche Perspektiven. Der sehr praxisnahen Berufsorientierung dient seit Jahrzehnten der InfoTruck der Metall- und Elektroindustrie (Foto), in den die Arbeitgeberorganisation hiesige Schüler einlädt. Foto: Unternehmerverband.
Lediglich 35 Prozent der Generation Z sind der Meinung, dass MINT-Bildung wichtig ist. Das ist ein zentrales Ergebnis einer Umfrage der Marktforschungsagentur Atomik Research im Auftrag des US-Automatisierungs- und Messtechnikanbieters Emerson unter mehr als 18.000 Verbrauchern aus zehn Ländern, darunter gut 2000 aus Deutschland. „Wenn gerade mal ein gutes Drittel der nach 1995 geborenen jungen Menschen sich für die MINT-Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik interessieren, dann ist das für den Wirtschaftsstandort Deutschland ein weiteres alarmierendes Warnsignal“, sagt Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes.

Jüngst hatte eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft gezeigt, dass hiesige Unternehmen nicht internationale Krisen wie Brexit oder Handelskrise als drängendste Probleme sehen, sondern mit großem Abstand den Fachkräftemangel. „Wenn die junge Generation nun lieber Influencerin oder Youtuber als Techniker oder Ingenieurin werden möchte, dann verschärft das die Problematik kurz-, mittel- und langfristig. Wir – damit meine ich Politik, Unternehmen, Schulen und Gesellschaft – müssen das Interesse an MINT-Berufen wecken“, sagt Schmitz.

Die Personalverantwortliche bei Emerson in Deutschland, Simone Montada, fordert eine völlig neue Ansprache des Nachwuchses. „Wir müssen den Spaß besser vermitteln, den man in diesen Berufen haben kann. Denn nach genau diesem Spaß suchen die Kinder der Generation Z“, wird sie in der Tageszeitung Welt zitiert. Damit trifft sie den Ansatz, den die Metall- und Elektroindustrie schon seit Jahren verfolgt: Mit MINT-Wettbewerben und dem M+E-InfoTruck werden die Möglichkeiten der verschiedenen MINT-Berufsfelder als Erlebnis transportiert.

„Den Wettbewerb ‚Schüler macht MI(N)T!‘ koordinieren wir beispielsweise in den Regionen Bocholt, Borken und Wesel seit vielen Jahren“, sagt Schmitz. „Da stehen Ausprobieren und Tüfteln im Fokus, das motiviert und bringt die Schülerinnen und Schüler in Kontakt zu den begleitenden Unternehmen.“ Derweil können die potenziellen Nachwuchskräfte im InfoTruck die Berufe der M+E-Branche kennen lernen – in Bild, Text und Ton. Dabei kommt modernste Technik von der CNC-Maschine bis zur 3D-Animation zum Einsatz. „Wir bieten hier den Schülern nicht nur Theorie, sondern vor allem Praxis. Die Schüler können im InfoTruck beispielsweise selbst programmieren und Maschinen steuern.“

Dass 71 Prozent der Befragten trotzdem meinen, dass die Wirtschaft zu wenig über die konkreten Chancen in den MINT-Berufen informiere, lasse laut Schmitz nur eine Schlussfolgerung zu: „Wir dürfen nicht nachlassen. Wir brauchen eine noch engere Vernetzung mit den Schulen und werden weiter für unsere spannenden Berufsfelder in der M+E-Industrie werben.“

Weitere Informationen über Ausbildungsplätze in technischen Berufen unter: www.ausbildung-me.de
Unternehmerverband – Die Gruppe, Duisburg

Anzeige

Anzeige
Anzeige